Daumen hoch für RWL

Urteil des Verbandsgerichts im Fall Firat liegt vor

DIESES TEAM BRAUCHT SEINE STADT!

Clause 684509  180

RWL geht in Revision

Im Fall Firat hat das Verbandsgericht des WFLV am 13.04.2016 getagt. Das Urteil zum schriftlichen Verfahren ist heute Mittag zugestellt worden. Das Urteil lautet wie folgt:

1) Gemäß § 22 Abs. 3 RuVO/WFLV wird schriftliches Verfahren angeordnet.
2) Die Berufung wird verworfen.
3) Die eingezahlten Berufungsgebühren sind zu Gunsten des WFLV verfallen.
4) Die Kosten des Berufungsverfahrens trägt der Berufungsführer.
5) Auf Antrag des Berufungsführers wird die Revision zum DFB-Bundesgericht zugelassen.

 

Bereits in der Berufungsbegründung haben wir ein Urteil erbeten, welches mit eindeutigen Hinweisen aus der Satzung nachvollziehbar begründet wird.  Auch wenn das Urteil einschließlich Begründung 12 Seiten umfasst, bleiben Fragen offen. Der Verein bleibt daher bei seinem Beschluss, das nun jetzt vorliegende Urteil mit der Revision vor dem DFB-Bundesgericht anzufechten.

 

Nachfolgend daher zur Übersicht einige wörtliche Auszüge aus der Begründung.

 

In diesem Zusammenhang verweisen wir auf den Kommentar von Michael Dregger auf www.rwl-online.com.

 

Urteilsbegründung Auszugsweise:

„Es bestand Einigkeit, dass die am 12.03.2015 zwischen dem VSV Wenden 1930 e.V. und Hakan Firat geschlossene „Vereinbarung“ keinen wirksamen Vertragsspielervertrag darstellt. „

„Vor allem aber wurde er dem WFLV nicht angezeigt; vielmehr sollte er nach dem Willen der Parteien „unter der Decke gehalten“ und nicht publik werden. Letzteres darf jedoch nicht über bewertet werden, da es im Mustervertrag für Vertragsspieler unter § 16 heißt: „Der Spieler verpflichtet sich, über den Inhalt dieses Vertrages sowie sämtliche Interna des Vereins Stillschweigen zu bewahren.   „

„Der Umstand, dass an den Spieler möglicherweise später Zahlungen geleistet worden sind, die über den Betrag von monatlich 249,99 Euro hinausgingen, muss in diesem Zusammenhang außen vor bleiben.“

„Selbst dann, wenn Zahlungen über den Grenzbetrag hinaus getätigt worden sein sollten, hat dies keinen Einfluss auf die Amateureigenschaft des Spielers. Es ist auch den Verbandsorganen bekannt, dass ungeachtet der Regellungen in der RuVO/WFLV in zahlreichen Fällen Gelder aus den unterschiedlichsten Quellen an Spieler fließen. Dies kann nicht zum Verlust der Amateureigenschaft im Sinne unserer Bestimmungen führen. Würde man dies anders sehen, so käme man u. U. dazu, einem Spieler, der plötzlich während einer Saison größere Geldbeträge erhält, die Amateureigenschaft absprechen zu müssen. Vertragsspieler wäre er aber auch nicht. Gleiches müsste dann gelten, wenn er von Anfang an erhöhte Leistungen bezieht. „

„Dass diese Regelung nicht gangbar ist, ergibt sich nach Auffassung des Verbandsgerichts auch aus der Bestimmung des § 24 SpO/DFB. Dort heißt es:

Strafbestimmungen für Amateure und Vereine
Als unsportliches Verhalten der Amateure und Vereine kann nach den Strafbestimmungen   der Regional- und Landesverbände geahndet werden das Fordern, Annehmen, Anbieten,   Versprechen oder Gewähren
a) von Handgeldern oder vergleichbaren Leistungen für den Wechsel eines Spielers zu   einem anderen Verein,
b) von dem zulässigen Aufwendungsersatz übersteigende Zahlungen.
2. Dies gilt auch bei Zuwendungen an Vereine und Amateure durch Dritte.
3. Die Bestimmungen der Nrn.1. und 2. gelten für Tochtergesellschaften entsprechend.
Diese Bestimmung ist eindeutig. Einerseits ergibt sich daraus, dass dem Ordnungsgeber durchaus die Zahlung überhöhter Beträge an viele Spieler bewusst ist; andererseits hält er dieses für einen ahndungswürdigen Tatbestand. Die Zahlung von Beträgen von 250,00 Euro oder darüber hinaus im Monat durch den Verein oder durch Dritte kann – unabhängig von der sicherlich schwierigen Beweissituation – nach dieser Vorschrift als unsportliches Verhalten geahndet werden. „
„Aus der Vorschrift ergibt sich aber auch zweifelsfrei, dass sich durch unzulässige Zahlungen an der Amateurspielereigenschaft des Betreffenden nichts ändert. Er ist und bleibt Amateur. Ihm einen „Nichtstatus“ zu verleihen, ist zwar eine interessante Überlegung, jedoch mit unserem Ordnungswerk nicht zu vereinbaren.“

WIR KICKEN FÜR UNSERE STADT