Daumen hoch für RWL

C2 (U14) verliert knapp gegen SCL C1 0:1 (0:0) / SC titelt: „Fast schon Tradition“ / Es ist der Anschein, der blendet!

DIESES TEAM BRAUCHT SEINE STADT!

C2 181117 1

„Fast schon Tradition – DERBYSIEG!!!“ – Dieser Titel ziert im social media die Fanpage des SCL-Jahrgangs 2003/2004. „War wohl ‘ne klare Sache“ ist man geneigt zu denken, wenn man diesen Titel liest. Der objektive Beobachter des Spiel weiß jedoch: In keiner anderen Kreisliga-Partie hat sich die aktuelle C1 des SCL wohl so sehr zum Sieg gezittert, wie in dieser! Letzten Endes sicherte sich der SCL das 1:0 gegen unsere C2 nicht durch fußballerische Glanzleistung, sondern nur durch pures Glück.

Wenn man den SC-üblichen Polemik-Level in der Berichterstattung auf ein erträgliches Maß reduziert, ergibt sich die folgende objektive Zusammenfassung:

Die erste Halbzeit und weite Teile der zweiten Spielhälfte waren absolut ausgeglichen. Unterm Strich gleiche Chancen auf beiden Seiten. Das RWL-Team hat sich gut auf den Gegner, der abermals sein bekanntes Spiel zeigte, eingestellt und den SC im Ballbesitzt früh gestört, so dass das Team vom Wehberg einfach nicht ins gewohnte Spiel kam und infolgedessen häufig patzte. Ganz bewusst spielten unsere Jungs lange Bälle nach vorn, um möglichst viele offensiv agierende SCler effektiv zu überspielen und direkt die SC-Abwehr zu attackieren, denn diese offenbarte deutliche Schwächen. So kam das rot-weiße Team zu einigen nennenswerten Chancen, die jedoch – und leider wie man zugeben muss – nicht zum erklärten Tor-Ziel führten. So scheiterten unsere Offensiv-Aktionen im Abschluss an der Latte oder gingen haarscharf am gegnerischen Tor vorbei. Besonders nach Standards waren unsere Jung nachhaltig brandgefährlich. So scheiterte nicht nur ein einziger kräftig und zielsicher ausgeführter RW-Freistoß am SC-Keeper, der am Samstag zugegeben einen guten Tag hatte.

In den letzten 15 Minuten waren die Rot-Weißen am Drücker und weitgehend spielbestimmend. In dieser Situation mussten selbst die sonst gut in Szene gesetzten Offensiv-Spieler des SC zurückrücken, um das eigene Tor zu verteidigen. Das hat nichts mit „zurückgestelltem Offensivhunger“ zu tun, sondern schlicht und einfach nur damit, dass jeder RWL-Angriff mit allem was da war und bis auf die Knochen verteidigt werden musste, um den knappen Spielstand zu halten. Das Ganze gipfelte darin, dass der SC-Spielmacher in einer Situation in höchster Not den Ball förmlich von der eigenen Torlinie kratzen musste. Da war das ein oder andere SC-Herz sicherlich tief in die Hose gerutscht!
Leider aber wieder für RW kein Tor.

Es gab zu Beginn der zweiten Halbzeit aber auch eine Phase, in der der SC am Drücker war. Das soll natürlich nicht unerwähnt bleiben, denn in dieser Phase fiel auch das einzige und entscheidende Tor der Partie. Unsere Abwehr stand in weiten Teilen des Spiels bombensicher und parierte den schnellen Kontern des Gegners außerordentlich gut. Jeder Defensiv-Mann um Interim-Abwehrchef Christopher machte seinen Job wunderbar! Auch Maximilian „Heinzi“ ging auf seiner linken Seite gut in die Zweikämpfe und flößte dem auf seiner Position wechselnden SC-Spielgefährten das ein oder andere Mal gehörigen Respekt ein. Die Trainer bestätigten schon während des Spiels diese gute Defensiv-Leistung.
Nur ein einziger Ball, der aus den hinteren SC-Reihen lang und diagonal nach vorne gespielt wurde sprang tatsächlich unglücklich direkt an Maximilian vorbei und erreichte hierdurch einen SC-Flügelmann, der bis dahin nicht wirklich aufgefallen war aber in Folge von Maximilians Fehler auf unser Tor abzog und einnetzte. Unhaltbar für Olli. Da war die Freude auf der SC-Seite wie aus heiterem Himmel groß.
Max, Kopf hoch. Sowas gehört zum Fußball dazu und sowas macht einen nur stärker!

Unsere Jungs waren darauf vorbereitet, in den Rückstand zu geraten. Folgerichtig legten sie wieder ‘ne Schippe drauf und hatten ihre Chancen wie schon weiter oben beschrieben. Dennoch blieb es beim 1:0 Endstand aus Sicht des SC.

Klare Sache: Der SC hat stark gespielt. Sie haben ein gutes Team und wissen um ihre Stärke. Rot-Weiß hat jedoch auch sein Potential abgerufen und in gleicher Weise Einsatz und Spielfreude gezeigt. Wir lassen es nicht gelten, unseren Jungs Zwist und Missgunst vorzuwerfen! Natürlich frustet es einen Spieler aus der Gastmannschaft, wenn man fast über den gesamten Spielverlauf Unfairness durch Scharmützel des Gastgebers (vom Schiri unbeobachtetes und wiederholtes Trikotzupfen, Vorlegen des ruhenden Balls…) wahrnimmt oder einfach nur mitbekommt, dass der Schiri durch lautes Schreien des Gastgebers in seinen Entscheidungen nachhaltig beeinflusst wird. Wir haben das Spiel nicht deswegen verloren, aber sowas bleibt hängen, es frustet und trägt nicht zur Fairness bei.
Es hätte sich am Samstag aus den SC-Reihen niemand beschweren können, wenn unseren Jungs der Anschlusstreffer zum 1:1 gelungen wäre. Sportlich verdient hätten sie das wohl. Schade! So blieb es beim 1:0 und Rot-Weiß verliert auswärts. So ist das nun mal.

Sei’s drum. Unsere Jungs und Trainer sind faire Verlierer, die dem SC zum Sieg gratulieren und stets erhobenen Hauptes vom Spielfeld gehen. Auch dann, wenn der SC mal wieder sein „Derbysieger – Derbysieger“ Theater vor den Augen unserer Jungs abzieht. Zur Erinnerung: Als wir im Oktober gegen die C2 des SC haushoch 7:0 gewannen, haben wir uns als faire Sportsmänner gezeigt und nicht solch ein Affentheater abgezogen. Man hat sich nach dem Match freundschaftlich die Hände gereicht und dem Verlierer die Chance gegeben, erhobenen Hauptes und ohne schlechtes Gefühl den „bitteren Heimweg“ anzutreten.

Ein Wort noch zum Thema „Nachwuchsspieler auf der Bank“:
Viele aus den vergangenen Jahren bekannte SC-Nachwuchsspieler aus dem 2004er Jahrgang versumpfen aktuell dauerhaft in der eigenen C2, die im Tabellenmittelfeld der Kreisliga verkümmert. Aus Gesprächen mit den unmittelbar Betroffenen weiß man, dass das alles andere als „genüsslich akzeptiert“ wird.
Bei Rot-Weiß sind alle 2004er Feldspieler Stammspieler in der C2, die regelmäßig zum Zuge kommen. Dabei wird es im Einzelfall und unter ausschließlich sportlichen Gesichtspunkten im Einvernehmen akzeptiert, dass bei einem Topspiel Feldspieler aus der C1 eingesetzt werden, besonders dann, wenn die Bezirksligamannschaft spielfrei hat. Es lassen sich nur schwierig Entscheidungen einer gegnerischen Mannschaft zur Spieleraufstellung nachvollziehen und bewerten, wenn man die Hintergründe nicht kennt!

Wir freuen uns auf das Rückspiel in der Meisterschaft im nächsten Jahr und auf die Begegnung im Bezirksliga-Pokal der Nachwuchsrunde. Vielleicht gelingt unseren Jungs dann die Revanche

Unser nächstes Spiel:
Am Samstag (25.11.2017) empfangen wir in der Meisterschaft den TSV aus Lüdenscheid am Nattenberg.

 

Text: Sebastian Heinz
Fotos: Markus Hoffmeister

WIR KICKEN FÜR UNSERE STADT