Verbindlichkeiten völlständig getilgt

Schöne Bescherung kurz vor dem Weihnachtsfest für die RWL-Mitglieder: „Wir sind aktuell schuldenfrei“, verkündete Vorstandssprecher Michael Dregger unter dem Beifall der 41 anwesenden Rot-Weißen auf der Jahreshauptversammlung, die zu „Höher Zeit“ um 19.10 Uhr begann. „Sämtliche Verbindlichkeiten und Kontokorrentkredite sind vollständig getilgt.“

Der RWL-Vorstand mit Michael Dregger, Martin Buchheister und Stefan Grappendorf konnte positive Zahlen verkünden: „Wir sind aktuell schuldenfrei.“ (Foto: Thomas Dietrich)

In seinem Bericht erinnerte Michael Dregger an die „finanziell dunkelste Stunde unseres RWL im November vor 22 Jahren“. Damals lag der Schuldenstand bei unglaublichen 1,4 Millionen Euro.  „Es war schwierig in der Anfangszeit. Es galt auch gegen Widerstände innerhalb des Vereins zu kämpfen. Aber aufgegebenen haben wir nicht. Umso stolzer bin ich auf diejenigen, die trotzdem bei der Stange geblieben sind oder unsere Arbeit auf andere Weise unterstützt haben. Wir sagen nochmals ganz lieben Dank an alle Behörden, Banken und Gönner von RWL, die dieses ermöglicht haben.“

Bei aller Euphorie und Stolz über den geleisteten Kraftakt, dass der Weg über die Insolvenz (Dregger: „Damals offensichtlich der einfachste Weg.“) vermieden werden konnte, warnte der Vorstandssprecher: „Das bedeutet jetzt nicht, dass wir in Geld schwimmen. Die Schuldentilgung wurde stets aus Sondermitteln durchgeführt“, betonte Dregger und verkündete für das Kalenderjahr 2017 einen Gewinn von 8.421,77 Euro. Kein Wunder, dass bei so vielen positiven Zahlen die Entlastung des Vorstandes einstimmig erfolgte unter dem Beifall der Mitglieder.

Dieter Kolibius (2. von links) und Hugo Schlichtig (2. von rechts) halten ihrem RWL seit 70 Jahren die Vereinstreue. (Foto: Thomas Dietrich)

70 und 80 Jahre Vereinstreue

Stehende Ovationen gab es Dieter Kolibius und Hugo Schlichting sowie Ernst Stahlschmidt und Peter Ludwig, die beide leider nicht anwesend sein konnten. Kolibius, Schlichting und Ludwig halten ihrem RWL seit 70 Jahren die Treue, Stahlschmidt sogar noch zehn Jahre länger. Hugo Schlichting, der 1948 den Sportfreunden 08 beigetreten war, erinnerte sich: „Mein Vater hat mir damals gesagt, geh‘ zu einem Verein, bei dem du mit Messer und Gabel essen kannst.“ Und auch Dieter Kolibius, ebenfalls 08-er, hatte eine Anekdote parat: „Ich sollte Tennis spielen und kein Fußball. Da habe ich die Unterschrift gefälscht.“

Überwiegend positiv fiel in den Berichten der Blick auf das sportliche Geschehen aus: „Bei uns spielen über 300 Jugendliche in 18 Mannschaften Fußball. Und die werden von 42 Trainern und Betreuern trainiert und betreut“, verkündete Stefan Grappendorf. Und der Zulauf sei weiterhin groß: „Auf dem Nattenberg-Platz wird es immer enger. Wir wollen weiterhin die erste Adresse im Jugendfußball in unserem Kreis bleiben. Bei uns ist jedes Kind willkommen, das Fußball spielen möchte.“ Ende 2018 übersteigt die Mitgliederzahl wieder die 500-er-Grenze.

Im Seniorenbereich verläuft die sportliche Entwicklung zweigeteilt: Die erste Mannschaft spielt in der Bezirksliga eine ausgezeichnete Saison, während die zweite Mannschaft auf dem letzten Platz der Kreisliga B überwintert. „Für uns ist die zweite Mannschaft strategisch sehr wichtig, wollen wir doch auch in Zukunft den jungen Eigengewächsen, bei denen es eventuell für die erste Mannschaft nicht reicht, eine sportliche Heimat bieten. Dafür werden wir kämpfen“, betonte Michael Dregger. „Grundsätzlich plagt uns dort das, was fast alle bemängeln. Es fehlt bei vielen inzwischen der nötige Ernst, einen Mannschaftssport zu spielen. So müssen wir uns nicht wundern, wenn der Fußball an Leistungsstärke weiter verliert.“ Und an Michael Schricker und Max Baumann richtete der Vorstandsprecher den Appell: „Haltet durch mit euren Jungs. Wir werden das gemeinsam schaffen.“

41 RWL-Mitglieder waren zur Jahreshauptversammlung in das Vereinsheim der Wasserfreunde gekommen. (Foto: Thomas Dietrich)

In seinem Ausblick auf 2019 ging Michael Dregger auf das Ende August geplante Musik-Festival am Nattenberg ein, das mitten in der Saison eine längere Unterbrechung des Trainings- und Spielbetriebs am Nattenberg zur Folge hätte. Die Rede ist sogar von bis zu drei Wochen. „Wir wollen keine Veranstaltung blockieren“, verdeutlichte der Vorstandssprecher. „Aber wir erwarten, dass man auch unsere Arbeit respektiert. Wir empfinden es als große Respektlosigkeit gegenüber unseren vielen Kindern, Jugendlichen, Aktiven und Trainern wie hier kommuniziert oder besser nicht kommuniziert wird. Seit Monaten arbeitet man im Hintergrund an einem Musik-Festival im Stadion. Aber zu keinem Zeitpunkt wurden wir oder die anderen Nutzer des Stadions eingebunden oder informiert“, brachte Dregger, der die Versammlung nach 35 Minuten bereits wieder beendete, sein Unverständnis über die bisherige Vorgehensweise unter dem zustimmenden Beifall der RWL-Mitglieder zum Ausdruck.