Daumen hoch für RWL

Geschichte

DIESES TEAM BRAUCHT SEINE STADT!

ROT-WEISS LÜDENSCHEID

Ein Verein mit Tradition

Aus den Anfängen der RWL-Gründervereine Sportfreunde 08 und RSV Höh

Als zu Beginn dieses jetzt fast vollendeten Jahrhunderts der Fußballsport von England aus seinen unauf haltsamen Siegeszug um die ganze Welt begann, blieb auch Lüdenscheid nicht von diesem ansteckenden „Bazillus“ verschont.
Es dauerte bis zum Jahr 1908. ehe der erste Fußballverein in der Bergstadt gegründet wurde. Am 17 Oktober 1908 gründeten 14 Aktive nach zweijähriger „wilder“ Kickerei an der Bismarcksäule den Verein „Lüdenscheider Fußball-Klub 08“. Gründungsort war die Gaststätte Gerichtsklause. In der Folgezeit gründete sich eine ganze Reihe von Vereinen wie Preußen 09, Spielverein 1910, SV Hohenzollern, SV Viktoria oder FC Edelweiß. Am 6. Mai 1910 gesellte sich der Fußballclub Fortuna 1910 dazu. 16 junge Männer riefen ihn ins Leben und eine Wiese in Hellersen war einige Zeit ihre sportliche Heimat.

Im August 1914 wurde dann das aufflackernde Flämmchen wie überall auch in Lüdenscheid durch den 1. Weltkrieg jäh gelöscht. Doch schon bald nach Ende des Krieges fanden sich die Anhänger des jungen Sportes wieder zusammen.
Da der Krieg große Verluste bei den ohnehin noch spärlichen Aktiven gefordert hatte, kam es zu Zusammenschlüssen: Am 12. Dezember 1918 vereinigten sich der Lüdenscheider Fußball-Klub 08. FC Preußen 09 und der Spielverein 1910 zum VfB Lüdenscheid 08 und im Jahre 1919 schlössen sich der Ballspielverein Lüdenscheid
und der FC Fortuna 1910 zum RSV Höh 1910 zusammen.

In späteren Jahren fusionierten beide Klubs noch mit dem LTV 1861
bzw. dem Höher Turnverein. doch diese Ehen hielten nicht lange.
So trennte sich der RSV bereits 1920 und der VfB Lüdenscheid 08 erhielt nach seiner Trennung im Jahre 1924 seinen vorläufig letzten
Namen: Sportfreunde 08.

Wie der „Club 08“ entstand. Aus den Aufzeichnungen eines Zeitgenossen.

Als in Lüdenscheid der Fußball rollte, da zimmerten wir Jungen Burschen schon jene rechteckigen Rahmen, die wir Tore nannten. Jahre vorher genügten zwei ausgediente Besenstiele. Damals kannten wir noch die umgekrempelte „gute“ Hose, die erst später von den knielangen Sporthosen abgelöst wurde. Überhaupt ging es mit dem anbrechenden „Trikot-Zeitalter“ bei uns alten Fußballern wesentlich manierlicher zu als noch vor der Jahrhundertwende, da es nur galt, den Ball ins gegnerische Tor zu schaffen, ob mit drei oder mit neun Mann. Zu meiner Zeit hatten sich besonnene Köpfe mit den ersten Spielregeln beschafft, nach dem die Welteroberung des Fußballs fast abgeschlossen war. Und die schiefen Blicke, die den „übermütigen Helden“ galten, störten uns nicht. Jener Granit war uns bekannt, auf dem wir wohl oder übel zu beißen hatten. Gegenwärtig auch, das sich die ersten Gehversuche auf diesem neuen Sportgebiet nicht ohne Aneckung vollziehen würde. Aber wir glaubten an den Ball weil wir an das Spiel glaubten. Wir glaubten an das Spiel, weil der Mensch die Bewegung liebt, das Spielerische. Aber wir ahnten – weiß Gott – nichts von der phänomenalen Kraft des Fußballs, der heute Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat, über die Spielfelder getrieben wird.

Das „Wunder“, das sich damals auf der Welt vollzogen hat, fand in unseren Mauern in einem Gasthaus gegenüber dem Amtsgerichts statt. Und wer heute aus dem Tal die Freiherr-vom-Stein-Straße hinaufsteigt, sieht die Klause, in der die Idee zur Gründung eines Fußballvereins greifbare Gestallt angenommen hat. Dort trafen sich an einem Tag des Jahres 1908 einige Männer, die sich an der neuen Idee begeisterten die später so manchen stöckernen Stammtischbruder schockieren, so manches Kaffeekränzchen mit neuen Gesprächsstoff über Moral und Unmoral der Geschichte speisen sollte.

Im Frühjahr des Jahres 1908 kannten die jungen noch nicht viel vom Fußballsport. Es wurde gebolzt, ob auf der Straße mit einem Kohlestück oder auf der Wiese mit einem Ball aus Stoffresten. Das Spiel beendeten sie erst dann, wenn die Fetzen flogen. Und einige Systematiker trafen sich auf dem holprigen Acker zu Füßen der Bismarcksäule: Karl Prinz, Otto Topfstedt, Karl, Heinrich und Fritz Kuhne, Emil Hugo Crummenerl, Robert Ludwig, Eugen Kuhbier, Otto Florian, Eugen Freund, Walter Pleuger, Albert Kranz, Schöpfer des Vereinsabzeichens der 08er.

Wir hatten alle einen abgeschnittenen Hut den wir über unser Jünglingshaar stülpten und beschafften uns gleich ein paar anständige Fußballstiefel. Dort jagten wir über den Platz und es konnte einem schon Angst und Bange werden, wenn wir uns gegenseitig den Ball wegnahmen. Allein wir wirkten nicht anders als die jungen Burschen unseres Alters, die sich mit „nützlicheren“ Dingen beschäftigten, als mit dem pöbligen Fußballsport. In unseren Köpfen funkte es und in den Hirnen begann es zu arbeiten. Sehr schnell hatten wir einige Geheimnisse des neuen Sports durchschaut und Albert Kranz war später der Mann, der Ordnung in das fußballerische Durcheinander brachte. Der Schatten des Bismarckdenkmals war Treffpunkt der Idealisten. Hier lagerte in einer mit Überdimensionalem Vorhängeschloß gesicherten Hoilzkiste ein wertvoller Schatz: Trikots, Schienbeinschoner und Schuhe. Aus einigen Balken waren Tore zurecht gezimmert worden und oft konnten wir nur von Glück sprechen nicht mit gebrochenen oder zertretenen Knochen nach Hause humpeln zu müssen. Die guten Polsterungen halfen, das Ärgste zu verhüten, das uns im Hauruckspiel sonst erwartet hätte. Das Wunder, das so gut vorgesorgt worden war. Die stabilen Stahlkappen, welche der Schuster so kunstvoll in die Spitzen eines Paares ausgedienter Straßenschuhe eingelassen hatte, ließen kein feines Spiel zu. Es war eine wilde Holzerei. Wir konnten froh sein die Nützlichkeit trittfester Schienbeinschoner frühzeitig erkannt zu haben. Jeder spielte für sich. Von Kombination hatten wir so gut wie keine Ahnung. Jeder sorgte dafür den Ball ins andere Tor zu treiben.

Die Fußballer von der Säule waren nicht organisiert, wenngleich eine ganze Reihe von Vereinen des Rhein- Ruhrgebietes sich bereits dem Westdeutschen Spielverbandes angeschlossen hatten. Wir galten als Schwarzspieler und wurden nicht ernst genommen. Doch ohne Klagen brachten wir den Mut auf und spielten, so sehr auch immer neue herabwürdigende Titel gefunden wurden…

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