4:2-Sieg nach 0:2-Rückstand, zwölfter Saisonsieg im 15. Meisterschaftsspiel, die Hinrunde als eine von zwei Mannschaften ungeschlagen absolviert – das Heimspiel der Rot-Weiß-Ersten gegen einen frech aufspielenden SC Hennen hat den Zuschauern bei trübem November-Wetter noch einmal alles geboten. „Ich kann mich nicht zurückerinnern, wann eine RWL-Mannschaft schon einmal eine Hinrunde ohne Niederlage absolviert hat“, strahlte Trainer Martin Rost nach dem Spiel. Da konnte es der Rot-Weiß-Trainer auch verschmerzten, dass die inoffizielle Herbstmeisterschaft aufgrund des besseren Torverhältnisses an den punktgleichen Konkurrenten SC Berchum/Garenfeld gegangen ist. Am 1. Advent kommt es dann in Berchum zum Spitzenspiel der beiden dominierenden Mannschaften.

Gegen Hennen taten sich die Rot-Weißen anfangs äußerst schwer. Zwar versuchten die Gastgeber das Tempo hochzuhalten, doch Hennen hielt mit viel Leidenschaft und Kampf dagegen und wartete auf die Fehler der Rost-Elf. So in der elften Minuten, als RWL gegen den Ball schlecht verteidigte und Boulakhrif plötzlich allein vor Torhüter Jonas Brackmann auftauchte. Dieser konnte das frühe 0:1 nicht verhindern. In der 27. Minute der nächste RWL-Fehler, als Marc Linneboden den Ball gegen Boulakhrif verlor und den SC-Spieler anschließend im Strafraum foulte. Essmann traf mithilfe des Innenpfostens zum 0:2.

Jonas Brackmann hält Handelfmeter und Nachschuss

Schmerzhafter Anschlusstreffer: Raphael Schwarzer, hier mit Ali Özan, drehte die Partie gegen Hennen fast im Alleingang. (Foto: Thomas Dietrich)

Noch vor der Pause wurde es turbulent, kam der Tabellenzweite zurück ins Spiel mit zwei fast identischen Toren: Schneller Seitenwechsel nach links auf den starken Kapitän Richard Dissing. Dessen flache Hereingaben verwandelte der mitgelaufene Raphael Schwarzer zum 1:2 (38.) und 2:2 (40.). Nur 60 Sekunden nach dem Ausgleich Handelfmeter für Hennen. Erneut trat Essmann an, scheiterte aber sowohl vom Punkt als auch mit dem Nachschuss an Jonas Brackmann (41.).

Wiederum nur 120 Sekunden später der nächste Aufreger: Hennens Quardt checkte RWL-Torjäger Schwarzer an der Strafraumgrenze um und ließ sich anschließend zu einer Tätlichkeit an dem auf dem Boden liegenden Rot-Weißen hinreißen. Der Unparteiische hatte das allerdings nicht gesehen und beließ es bei einem Freistoß, der allerdings nicht einbrachte für die Gastgeber.

Nach dem Wechsel hatten sich die Gemüter wieder beruhigt. Vor allem, als Schwarzer den Dreierpack schnürte und nach schöner Vorarbeit von Lukas Finke das 3:2 (51.) erzielte. Erneut Schwarzer (62.) verpasste die endgültige Entscheidung, die dann Kapitän Richard Dissing vorbehalten war, der in der 80. Minute den Deckel drauf setzte.