Verdienter und dramatischer 2:1-Sieg in Garenfeld

Traumstart für die RWL-Erste in die Adventszeit und in die Rückrunde: Hinter dem ersten Türchen lagen für die Mannschaft von Trainer Martin Rost nach einem dramatischen und gutklassigen Spitzenspiel mit späten Rot-Weiß-Toren vor rund 350 Zuschauern drei aufgrund einer überragenden zweiten Halbzeit hochverdiente Punkte beim bisherigen Spitzenreiter SC Berchum/Garenfeld und als Belohnung die Übernahme der Tabellenführung am 1. Advent.

Schon beim 1:1-Ausgleich, ein direkt verwandelter Freistoß von Kapitän Richard Dissing aus 17 Metern in den Winkel (88.), gab es im Garenfelder Waldstadion rot-weiße Jubelstürme. Diese entwickelten sich zu einem Orkan, als Lukas Finke eine Ecke von Richard Dissing, die Lars Scheerer verlängert hatte, zur 2:1-Führung in der Nachspielzeit über die Linie drückte (90.+5). Als der Unparteiische Patrick Ramolla schließlich drei Minuten später das Spitzenspiel nach 98 Minuten beendete, hatte sich der rot-weiße Jubel zu einem Hurrikan ausgeweitet. Euphorisch und enthusiastisch wurde der Dreier von Spielern, Trainern und den mitgereisten Fans auf dem Platz gefeiert: „Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey, hey.“

„Ich bin überwältigt und stolz, wie die Mannschaft das nach der Pause gemacht hat“, erklärte Trainer Martin Rost hinterher. „Wir haben in der zweiten Halbzeit den Fußball gespielt, den wir uns vorgenommen hatten, und auf die langen Bälle verzichtet.“

RWL-Routinier Lars Scheerer und Raphael Schwarzer bearbeiten in dieser Szene gemeinsam die Berchumer Hintermannschaft. (Foto: Thomas Dietrich)

Im ersten Durchgang neutralisierten sich zwei spiel- und defensivstarke Mannschaften weitgehend. Eher durch Zufall fiel die 1:0-Führung für den Gastgeber. Eine verunglückte Flanke von Luca Becker flog über den überraschten RWL-Keeper Jonas Brackmann gegen den zweiten Pfosten und von da ins Tor (16.). „Ich bin froh, dass so ein komisches Tor das Spiel am Ende nicht entschieden hat“, pustete Martin Rost hinterher durch.

Nach dem Wechsel änderte sich das Spiel total. Die Rot-Weißen übernahmen das Kommando und drängten auf den Ausgleich. Phasenweise zog die Rost-Elf ein Powerplay auf und ließ Berchum nicht mehr aus der eigenen Hälfte heraus. Die erste Großchance zum Ausgleich initiierte der Gastgeber noch selbst. Eine Dissing-Ecke fälschte Daniel Wanderer unglücklich ab und der Ball kullerte gegen den Pfosten (48.).

In der 50. Minute haute Berchums Marcel Grzondziel im Zweikampf mit Pascal Ertelt dem Rot-Weißen die Hand ins Gesicht und hatte Glück, dass weder der Unparteiische noch der direkt daneben stehende Assistent die Aktion gesehen hatte und entsprechend bewertete.

In der Folge rollte ein RWL-Angriff nach dem nächsten auf das von SC-Keeper Dominik Hollmann sehr gut behütete Tor. Gürkan Besirlioglu (65.), Ali Ozan (66.), Andreas Schneider (73.), Raphael Schwarzer (74., 77.), Richard Dissing (78.) und Pascal Ertelt (82.) scheiterten immer wieder am Berchumer Schlussmann. Es folgte die an Dramatik, Emotionen und Euphorie kaum zu überbietende Schlussphase mit dem glücklichen und hochverdienten Ende für die Rot-Weißen.