Harte Werdohler Gangart: Torschützen die Leidtragenden

Derby-Sieg am Riesei: Mit verdienten drei Punkten im Gepäck kehrte die RWL-Erste vom Landesliga-Gastspiel bei der FSV Werdohl zurück. Bis der 3:1 (1:0)-Erfolg im Lokalderby auf dem Werdohler Kunstrasen allerdings unter Dach und Fach war, musste die Mannschaft von Trainer Bayram Celik ein dickes Brett bohren.

Ömer Yilmaz erzielte in dieser Szene das frühe 1:0 für RWL, schied später allerdings verletzt aus. (Foto: Thomas Dietrich)

Mit viel Kampf, Einsatz und einer sehr harten Gangart versuchten die Gastgeber den spielerisch überlegenden Rot-Weißen den Schneid abzukaufen – phasenweise mit Erfolg. Da Schiedsrichter Patrick Lepperhoff es versäumte, die harten Zweikämpfe mit frühen Verwarnungen einzudämmen, war am Ende der Gast der Leidtragende. Mit Ömer Yilmaz (40.) und Marc Linneboden (85.) schieden zwei der drei rot-weißen Torschützen verletzungsbedingt aus.

Für die Gäste aus der Bergstadt begann das Derby optimal: Gleich die erste Chance führte zur frühen Führung. Ömer Yilmaz tauchte allein vor FSV-Keeper Simon Felbick auf und versenkte dem Ball zum 0:1 (5.). In der Folge taten sich die Rot-Weißen allerdings schwer, weitere gute Torchancen herauszuspielen. Häufig fehlten im Spielaufbau und beim finalen Pass Präzision und Konzentration. So entwickelte sich bis zur Pause ein zerfahrenes Derby.

Nach dem Wechsel hatte Niko Temelkov die erste RWL-Chance (47.), ehe das Schlusslicht zurück ins Spiel kam. Alpay Genc erzielte mithilfe des Innenpfostens per Freistoß das glückliche, aber nicht überraschende 1:1 (53.). Im Gegenzug scheiterte Richard Dissing an Felbick (54.), ehe Werdohls Marcus Klein die Slapstick-Einlage des Spiels ablieferte. Zunächst eroberte Klein gegen Julian Kroll den Ball, allerdings mit einem Zweikampf am Rande des Erlaubten. Der Pfiff des Unparteiischen blieb aus. Den Ball legte Klein anschließend rechts raus auf Ali Ozan, der wiederum quer auf Klein zurückspielte anstatt selbst den Abschluss zu suchen. Klein brachte es dann fertig, den Ball aus sechs Metern neben das leere RWL-Gehäuse zu platzieren (66.), verletzte sich dabei auch noch und musste runter vom Feld.

Marc Linneboden erzielte das wichtige 2:1 für RWL, schied allerdings kurz vor Schluss verletzt aus. Rechts Andreas Heinrich. (Foto: Thomas Dietrich)

Für die Gastgeber war die verpasste Führungschance so etwas wie der Knackpunkt. Anschließend kamen die Rot-Weißen wieder besser ins Spiel und durch Marc Linneboden zur erneuten Führung (76.). Als RWL-Kapitän Richard Dissing einen an ihm selbst verschuldeten Foulelfmeter sicher zum 1:3 (89.) verwandelte, war der Sack endgültig zu und hatte Rot-Weiß drei Derby-Punkte eingetütet. Die Gastgeber beendeten die Partie dann doch noch in Unterzahl nachdem Ali Ozan die Ampelkarte gesehen hatte (89.).

„Wichtig sind die drei Punkte“, analysierte RWL-Trainer Bayram Celik das Derby unmittelbar nach Abpfiff. „Werdohl hat wie erwartet einen großen Kampf abgeliefert. Leider gehen wir hier mit zwei verletzten Spieler heraus, auch, weil der Schiedsrichter eine ganz schwache Leistung abgeliefert hat und den Kampf nicht immer mit den richtigen Mitteln unterbunden hat.“