Arbeitssieg beim Schlusslicht

„Endlich habe ich als Trainer auch mal in Bad Berleburg gewonnen“, jubelte Bayram Celik nach dem Abpfiff von Schiedsrichter Torben Ebeling und ballte beide Fäuste – das „Wie“ spielte dabei erst einmal eine untergeordnete Rolle. „Das sind drei ganz wichtige Punkte für uns“, betonte der RWL-Coach, „und mir war deshalb egal, wann wir die eintüten.“ Allerdings habe der Siegtreffer drei Minuten vor Ablauf der 90 Minuten „auch ganz schön Nerven gekostet“.

Feiert seine Eckball-Vorlage zum 1:1-Ausgleich kurz vor der Pause: Ömer Yilmaz. (Foto: Thomas Dietrich)

Angesichts der weiten Anreise (ca. 90 km eine Strecke) war das Zustandekommen des 2:1 (1:1)-Sieges beim Schlusslicht VfL Bad Berleburg zweitrangig und wurde im RWL-Lager als „arbeitsintensiver Pflichtsieg“ abgehakt. Der Stimmung auf der langen Rückfahrt tat dies keinen Abbruch. Vor allem Matchwinner Julian Kroll hatte gute Laune. Mit seinen beiden Kopfballtoren, jeweils nach einer Ecke, tütete der Mittelfeldrenner die drei Punkte fast im Alleingang ein. Den 1:1-Ausgleich in der 45. Minute köpfte Kroll auf Eckball-Vorlage von Ömer Yilmaz, den 2:1-Siegtreffer in der 87. Minute bereitete Philip Fischer von der Eckfahne aus vor – zwei fast identische Treffer.

Die wenigen Zuschauer am Sportplatz Stöppel in Bad Berleburg, der Großteil RWL-Anhänger, bekamen über weite Strecken ein zerfahrenes Landesliga-Spiel auf bescheidenem Niveau zu sehen. Zwar hatten die favorisierten Rot-Weißen gefühlt 80 Prozent Ballbesitzt, leisteten sich aber auch viele Fehlpässe und fanden kaum ein Mittel, die kompakte Abwehr des Gastgebers auszuhebeln. Die größte Chance hatte Abwehrspieler Gürkan Besirlioglu in der 19. Minute, doch dessen Schuss kratzte Hafner noch von der Linie.

Mit dem ersten Vorstoß vor das RWL-Tor ging Bad Berleburg gleich in Führung. Flanke Koch, Kopfball Dickel – 1:0 (31.). Der Schock saß tief bei den Gästen, die in der Folge weiter ideenlos anrannten, das Glück aber mit dem Pausenpfiff erzwingen konnten.

Nach dem Wechsel verflachte die Partie noch mehr. RWL fiel trotz optischer Überlegenheit weiterhin nicht viel ein, Bad Berleburg kämpfte und machte hinten dicht. Der Außennetztreffer von Ömer Yilmaz in der 65. Minute war der erste Torschuss einer Mannschaft im zweiten Durchgang. Auf der anderen Seite trudelte ein abgefälschter Schuss von Geisler knapp am RWL-Tor vorbei (67.).

Und so dauerte es bis drei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit, ehe Julian Kroll seine Farben mit seinem zweiten Kopfballtreffer an diesem Tag erlöste und für eine fröhliche Rückfahrt sorgte.